Kunststoffverarbeitung

Zur PVC-Problematik

PVC weist durch seine vielfältige Modifizierbarkeit eine Vielfalt von möglichen Materialeigenschaften auf, die andere Kunststoffe nur teilweise bieten können. Nicht umsonst ist es aus technischer Sicht so beliebt und wird/wurde für solch unterschiedliche Zwecke wie Bodenbeläge, Folien, Leitungsrohre, Kabelummantelungen, Kinderspielzeug, Blockmaterial, Behälter etc. genutzt.

Seit einigen Jahren ist PVC aus Umwelt- und Gesundheitsgesichtspunkten bekanntlich stark umstritten. Hauptkritikpunkt ist, dass bei der Verbrennung (bei der Abfallverbrennung oder im Havariefall) ätzende HCl-Dämpfe und unter ungünstigen Umständen sogar hochgiftige Dioxine freigesetzt werden. Als weitere Gefahren werden z.B. gesundheitsschädigende Emissionen bei der Herstellung, Verarbeitung und sogar im Produktgebrauch durch Additive, insbesondere Weichmacher angeführt. Detaillierte Informationen sind z.B. unter Greenpeace Österreich zu finden.

Die PVC-erzeugende Industrie, u.a. vertreten durch den Verband AG PVC und Umwelt setzt dem entgegen, dass durch Rauchgasreinigung in der Abfallverbrennung die Emissionsprobleme gelöst sind. Inzwischen sei ein so gut funktionierendes Recyclingnetz aufgebaut, dass nur ein kleiner Teil der Abfälle tatsächlich beseitigt werden müsse. Zudem führt sie die herausragenden technischen und ökonomischen Vorteile des Werkstoffs PVC ins Feld.

Da die Diskussion von beiden Seiten ziemlich aufgeheizt ist und z.T. Behauptung gegen Behauptung steht, hier noch eine dritte Quelle: Die EU-Kommission veröffentlicht laufend Studien und Texte, die die PVC-Problematik untersuchen. Das Grünbuch zum Thema PVC fasst den Stand im Jahr 2000 zusamen.

In vielen Fällen ist PVC durch andere Kunststoffe ersetzbar, zum Teil zu höheren Kosten. Da wir die Materialauswahl nicht selbst treffen, sehen wir unsere Hauptaufgabe darin, unseren Kunden im Einzelfall Alternativen zu PVC aufzuzeigen. Trotz des Bestrebens, den Einsatz von PVC weitgehend zu vermeiden, ist es jedoch momentan nicht absehbar, dass für jeden Anwendungszweck ein gleichwertiger Kunststoff verfügbar ist.


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© Kessler Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG - 01/2004